Kategorie: Tagebuch

Tagebucheintrag #19

Wieder einigermaßen zusammengeflickt und mit gepackter Tasche mache ich mich auf den Weg zurück in mein Lager, in der Hoffnung, dass keiner der Beißer durch das Tor gekommen ist und ich zurück in mein sicheres Dorf komme. Der Rückweg vergeht wie im Flug, meine Laune ist ja auch außergewöhnlich gut.
Charlie scheint dies zu bemerken, denn auch sie rennt und springt verspielter als ich sie je gesehen habe durch den Wald. Das Tor ist noch immer genauso verschlossen wie ich es am Tag zuvor hinterlassen habe und ich sperre es hinter mir sorgfältig ab, bevor ich meine Tasche in meine Hütte bringe und mich zur Räucherhütte begebe um nach dem Fleisch zu gucken. Es riecht mir über den ganzen Innenhof entgegen,

Es kommt mir die Frage in den Sinn ob der Geruch von gegartem Fleisch wohl auch Beißer anlockt?! Oder ist es wirklich nur die Kombination von rohem Fleisch und Blut?! Ich werde Kira fragen wenn ich sie das nächste mal sehe und schon huscht wieder ein Grinsen über mein Gesicht.
Nach einem absolut „normalen“ und entspannten Abend, (und ja ich weiß wie sich das anhört, aber nach der langen Zeit der Einsamkeit ist ein solcher normaler Abend bei dem geredet, gegessen, gelacht und Erfahrungen ausgetauscht werden das BESTE in der Welt) mit dem blonden Engel Kira haben unsere Wege sich für die nächsten paar Tage getrennt.

Ich habe ihr von meinem Dorf erzählt und der Sicherheit, die es bietet und sie mir von ihrem Unterschlupf, der allerdings keinerlei Sicherheit bietet. Sie war auch nur in dem kleinen Dorf um noch Vorräten zu suchen. Ihr Vorteil ist, dass sie ein Auto besitzt, mit dem sie die letzten Monate unendlich viele Kilometer zurück gelegt hat. Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns in 3 Tagen wieder in dem Dorf treffen um gemeinsam alles was möglich und brauchbar ist aus dem Dorf zu holen und Kira in mein Dorf zu bringen. Uns beiden kam es wie ein Segen vor nicht mehr alleine unterwegs sein zu müssen. Es ist sicherer, psychisch wie auch physisch, wenn wir schon überleben sollten wir wohl besser nicht noch verrückt werden…

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Die Tage vergehen wie im Flug, ich habe die Größte der Hütten repariert, abgedichtet und alle meine Sachen aus meiner Hütte in die Neue gebracht, es ist sicherer, dass wir zusammen wohnen und in meiner Hütte wäre sicherlich nicht genügend Platz für uns beide und den Hund gewesen.
Es ist eindeutig wärmer in dieser Hütte und ich freue mich auf den kleinen gusseisernen Ofen, den ich hier einbauen werde wenn wir ihn aus dem kleinen Dorf mitbringen, genauso wie die zwei Matratzen. Es war absolut himmlisch auf einer Matratze zu schlafen nachdem man wochenlang auf dem halten harten Boden geschlafen hat. Ich reiße am zweiten Tag einer der ungenutzten Hütten ab und zimmere aus den Brettern einen Tisch und eine Bank sowie kleine Erhöhungen für die Matratzen.
Kira besitzt einen großen Geländewagen und wir haben vor heute so viele Sachen wie möglich in mein, nein, jetzt ist es ja UNSER Dorf zu bringen, Lagermöglichkeiten habe ich ja definitiv genug hier, und die meisten Hütten sind so dicht, dass die Sachen keinen Schaden davon tragen sollten wenn sie den Winter über gelagert werden. Der Tag wird anstrengend aber es ist der vermeintlich schönste Tag seit Wochen und ich renne fast in das Dorf zurück zu Kira.

Wartend steht sie an dem großen Jeep.. Die nächsten 6 Stunden verbringen wir damit den Jeep zweimal zu beladen und die Sachen ins Dorf zu fahren und sicher zu verstauen bevor die Abenddämmerung einbricht.

Wir einigen uns darauf ein letztes mal in das Dorf zu fahren um die Matratzen und den Ofen zu holen, da diese Dinge einfach zu sperrig und schwer waren für die ersten beiden Transporte. Alles steht schon im Eingang von dem Haus aus dem wir unser Mobiliar geholt haben bereit, doch als Kira nach der ersten Matratze greift schnellt ein Arm aus der Dunkelheit hervor und zerreisst Kiras Pullover.

 

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Blitzschnell greift sie mit dem freien Arm unter ihren Pullover und ein riesiges Messer schnellt mit ihrer Hand nach vorne und trennt dem Beißer den Arm ab. Wenige Sekunden später hören wir sie, es muss eine ganze Horde Beißer sein die auf uns zu kommen, bei genauerem Hinhören müssen wir erschrocken feststellen, dass diese nicht nur aus dem Haus kommen sondern auch aus allen anderen Richtungen des Dorfes.

Wieso haben wir die den ganzen Tag nicht gehört?! Wieso kommen sie gerade jetzt aus ihren Löchern gekrochen wenn die Sonne untergeht und wir kaum eine Möglichkeit in der Dunkelheit haben uns zu wehren?! Kira drückt auf die Fernbedienung des Wagens woraufhin die Scheinwerfer die Dunkelheit erleuchten. Einige der Beißer wenden sich, geblendet von dem Licht ab. Kiras und mein Blick treffen sich, wir haben beide unsere Waffen in den Händen, nicken uns zu und starren die Beißer an, die kurz darauf auf uns zustürmen..

„Let’s rock“ ist der letzte Gedanke bevor wir den Kampf beginnen.

Tagebucheintrag #18

In meinem Kopf hämmert und dröhnt es, ich spüre wie etwas nasses warmes an meinem Gesicht entlang tropft auf mein T-Shirt, ich öffne die Augen und alles ist verschwommen, als ich versuche meinen Kopf zu heben um besser zu sehen durchzuckt mich ein stechender Schmerz und ich verliere ein weiteres mal das Bewusstsein.

Das ganze passiert weitere mal und ich stelle zwischenzeitlich fest, dass meine rechte Seite vom T-Shirt komplett von meinem Blut getränkt ist und ich auf einem Stuhl sitze und meine Arme bzw. Handgelenke an diesem gefesselt sind. Kabelbinder – ich hasse die Teile einfach..

Nachdem ich das gefühlte hundertste mal wach werde und feststelle, dass die Schmerzen immer stärker und schlimmer geworden sind und mich gerade fast um den Verstand bringen erkenne ich, jedoch erst auf den zweiten Blick, jemanden an die Wand gelehnt in ein Paar blaue „Converse“ unweit von mir stehen.
Zu meinem Erschrecken und vielleicht auch erstaunen sitzt Charlie ganz ruhig daneben. Mein Kopf schnellt hoch um zu sehen ob mein Hund in Gefahr ist und ich werde direkt mit Schmerzen dafür bestraft.

Und wofür ? Mein Blick ist gerade mal bis zum T-Shirt gekommen bevor ich vor Schmerz zusammen zucke. Zu meinem Erstaunen oder meiner Verwunderung steckt eine Frau in den Chucks… und dazu noch mit Humor wie es scheint oder warum sonst sollte Frau ein T-Shirt tragen auf dem „KEEP CALM AND KILL ZOMBIES“ steht?! Verkrampft versuche ich zu lächeln bevor eine wunderschöne Stimme mich fragt ob Gefahr von mir ausgeht oder ob sie mir die Kabelbinder ruhigen Gewissens abmachen kann.

Ich versuche ihr zu sagen, dass ich mich ruhig verhalten werde aber aus meinem Mund kommt nicht mehr als ein Krächzen. Das folgende Geräusch ist das schönste der letzten Wochen oder eher gesagt Monate…ein herzliches weibliches Lachen, bevor sie auf mich zu kommt und mir eine Flasche Wasser mit einem Strohhalm unter den Mund hält.
Zweifelnd gucke ich die Flasche an als von ihr nur ein: „Das Wasser wird wohl schon nicht vergiftet sein kommt“. Ich muss ein weiteres mal Lachen, was sich jedoch noch erbärmlicher anhört als mein Versuch etwas zu sagen. Durstig trinke ich von dem Wasser, was mich augenblicklich wieder klar werden lässt.

Die Kabelbinder werden mit einer Schere gelöst und ich reibe die Stellen an denen sie in mein Fleisch geschnitten haben.
Ich wage es das erste mal meinen Kopf zu heben ohne dass mich der Schmerz überrennt und schaue in ein absolut liebenswertes Gesicht. Ein weibliches Gesicht welches Zeichen von Körperwärme ausstrahlt, keine Anzeichen dafür dass sie gebissen, verletzt und infiziert wurde und dann ein freundliches Lächeln.
Ich bin überglücklich!

Tagebucheintrag #17

Karte, Kompass, Feldstecher, eine Flasche Wasser, mein Messer, einen Bolzenschneider den ich in der Werkstatt gefunden habe und ein wenig Proviant sind sicher in meinem großen Rucksack verstaut und Charlie wartet schon ganz gespannt an der Türe als ich meine Jacke vom Haken nehme um mich mit ihr zusammen auf den Weg mache um den hinteren Teil des Waldes zu erforschen. Ich öffne meine Versiegelung des Tores und schließe es hinter mir provisorisch, sodass tollpatschige Beißer es nicht aufkriegen sollten und ich in der Not jedoch schnell ins Lager zurück gelange.

Ich laufe eine geschätzte Stunde durch den Wald, den Weg nach Norden eingeschlagen den ich auf der Karte erkennen kann, und das dort wohl ein weiteres kleines Dorf sein muss, eins wie meins, das nur mit einem Stift in die Karte gezeichnet wurde. Es ist auch eine größere Stadt eingezeichnet die im Nord-Osten liegt aber die Gefahr auf Untote zu treffen ist dort viel größer, das war der Grund weswegen ich mich erst einmal für das kleine und meiner Meinung nach sicherere Dorf entschieden haben.
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Als ich das Dorf aus einiger Entfernung sehen kann, lege ich mich mal wieder auf die Lauer um zu gucken wie sicher das Dorf meiner Begierde ist. Ich sehe in einem Haus unweit von mir eine Bewegung am Fenster, schwenke meinen Feldstecher zu der Stelle zurück und warte… tatsächlich eine weibliche Gestalt im Fenster, sie hat blonde lange Haare die ihr lose über die nackten Schultern fallen. Ich sehe nie nur von hinten und bin mir nicht sicher ob sie ein Mensch ist oder zu den Untoten gehört. Still steht sie mir mit dem Rücken entgegen, ist sie überhaupt ein Mensch oder starre ich eine Puppe an, ich kann es wirklich nicht sagen. Nachdem ich ein paar weitere Minuten das Fenster angestarrt habe und mir sicher bin das es sich nur um eine Puppe handelt suche ich die direkte Umgebung weiterhin ab.

Weitere Bewegungen sind nicht zu vernehmen also bewege ich mich auf die Stadt zu. Ich gerate an ein großes metallenes Tor was durch eine dicke Metallkette geschützt ist. Eine Minute später und ein wenig Kraftaufwand später liegt die Kette am Boden und mir fällt jetzt erst auf das dies vielleicht keine gute Idee gewesen ist. Hat die Kette die Monster aus dem Dorf daran gehindert raus zukommen oder hat sie sie daran gehindert rein zukommen?! Fuck, was nun?! Da die Kette zerstört ist und ich kein Schloss habe um diese wenn überhaupt möglich zu fixieren lasse ich das Tor unverschlossen hinter mir zurück und mache mich auf meinen Weg nach etwas Nützlichem zu suchen.

Ich schaue mir die Läden an, die das kleine Dorf beherbergt und finde einen Elektronikladen, einen Waffenladen, ein Bekleidungsgeschäft, einen Supermarkt und eine Apotheke… Der Himmel auf Erden! Die meisten der Läden sind mit dicken Ketten verschlossen und es überkommt mich die Hoffnung, das in dem einigen der Läden einige Dinge auf mich warten die mir von Nöten sein könnten und mir mein Leben um einiges erleichtern könnten.
Ich spähe in den ersten der Läden, den Elektroladen und sehe wahrlich ein Paradies vor mir. Niemand zu sehen, ich nehme ein weiteres Mal den Bolzenschneider aus der Tasche und öffne die Kette um mir Zutritt zu verschaffen. Werkzeuge, Batterien, Klebeband und eine Menge Kleinkram. MIST mein Rucksack ist definitiv nicht groß genug um so viel wie auch nur möglich von dem ganzen Kram nach Hause zu schaffen und das ist erst der erste der Läden. Ich nehme die Sachen an mich von denen ich denke dass sie mir wirklich eines Tages hilfreich sein könnten. Unter den ganzen Gegenständen finde ich auch eine große Rolle der Metallkette die ich soeben durchgeschnitten habe und einige Schlösser inklusive Schlüssel. Ich verlasse den Laden mit meiner Ausbeute und verschließe ihn wieder hinter mir.



Der nächste für mich interessante Laden ist der mit der Kleidung. Dieser ist nicht verschlossen und ich begebe mich mit äußerster Vorsicht hinein. Ich durchsuche den Laden bevor ich mir auch nur eine Minute nehme um die Sachen zu begutachten. Niemand hier, ich stelle meinen Rucksack ab und durchsuche den Laden nach allen möglichen Kleidungsstücken die mich für die kommenden Wochen und Monate warmhalten und schützen können. Es ist zwar nicht mehr viel übrig aber doch einige Hemden, Hosen und dicke Pullover die mir zwar viel zu groß sind aber mich definitiv wärmen werden. Ich bücke mich nach einem einzelnen Paar Socken als ich das Geräusch eines Revolvers höre der gerade geladen wird. KLICK und die Trommel rastet ein. Bevor ich auch nur die Chance habe mich umzudrehen und zu gucken wer mir gerade diese Waffe an den Kopf hält berührt das eiskalte Metall auch schon meinen Hinterkopf. Ohne drüber nachzudenken oder die Aufforderung zu bekommen lasse ich mich auf die Knie fallen und hebe meine Hände über den Kopf.
Mein Gehirn realisiert erst jetzt, dass die Waffe sicher nicht in der Hand eines Beißers ist, kann ein Beißer überhaupt eine solche Selbstbeherrschung haben?! NEIN, ich habe noch keins der Monster gesehen das nicht von Blutdurst gesteuert war. Ein Mensch?! Doch bevor ich auch nur Glück empfinden kann trifft mich etwas hart an der Schläfe und ich falle bewusstlos zu Boden…

Tagebucheintrag #16

Ich höre ein lautes kichern, direkt hinter mir scheint es,…. dann ein paar Schritte – doch als ich mich umdrehe sehe ich niemanden. Ich drehe mich um meine eigene Achse als mich jemand von hinten anspringt. Ich spüre ihren warmen Atem an meinem Ohr bevor sie mir zuflüstert, dass sie mich liebt und mir einen zärtlichen Kuss auf die Wange drückt.

Ich wache auf und mir ist sofort bewusst, dass ich von meinem letzten Urlaub mit Anna geträumt habe. Ich versuche die Gedanken aus meinem Kopf zu verbannen, die Erinnerungen schmerzen noch zu sehr. Wenn ich daran denke, dass das alles noch kein Jahr her ist und ich alles verloren habe was mir je wichtig gewesen ist erscheint es mir als hätte mein Leben keinen Sinn mehr.

Ich zwinge mich also zu andere Gedanken und mir fällt die Räucherhütte ein. Als ich aufstehe knurrt Charlie nur kurz auf, bemerkt dass keine Gefahr lauert und schläft einfach wieder ein. Ich strecke mich und fühle mich als würde ich krank werden. War wohl doch ein wenig zulange der Rückweg mit der nassen Kleidung gestern. Aber was soll es, ich kann es ja eh nicht mehr ändern, ich kann nur gucken, dass ich mich jetzt nicht zusätzlich noch in eine Situation begebe, die mir gesundheitlich schaden könnte.

Ich ziehe mir also meinen letzten Pullover über und begebe mich nach draußen. Es ist definitiv kälter geworden… ich muss in die nächste Stadt und mir Kleidungs-, Medikamente-, und mehr Nahrungsmittelvorräte besorgen. Decken zum Schlafen und Stoffe um die Türen und Fenster abzudichten wären besonders gut da ich doch gemerkt habe wie es die Nacht durch, durch meine Hütte gezogen hat. Ich sollte mir vielleicht auch etwas anders überlegen zum Schlafen, so auf dem kalten Boden ist es natürlich auch nicht besonders gesund. Doch wie soll ich all diese Sachen zu mir transportieren geht es mir durch den Kopf. Ich laufe über den Hof um nicht allzu lang in der Kälte zu sein und erreiche die Räucherhütte. Der Duft, der mir entgegen kommt riecht einfach himmlisch. Das Wasser läuft mir im Mund zusammen. Da mein Fachwissen über das Räuchern von Fleisch ungefähr gleich 0 ist, st nehme ich einfach ein Stück vom Haken und schneide ein Stück Fleisch heraus.
Es schmeckt köstlich doch der richtig rauchige Geschmack den ich von gekauftem geräuchertem Fleisch her kenne ist es nicht, noch nicht denke ich mir und hänge es zurück um dem Fleisch noch ein wenig Zeit zu geben.

Das Feuer darf bloß nicht ausgehen, ich suche schnell ein wenig Brennholz und das Feuer lodert auf. Das wird in nächster Zeit wohl die meiste Zeit in Anspruch nehmen, immer wieder neues Brennholz draußen im Wald zu suchen und dabei nicht erwischt zu werden.
Vielleicht versuche ich mein Glück ja heute auch mal in der anderen Richtung und benutze den Hinterausgang meines Lagers und gucke was dort auf mich zukommt.
Bisher kenn ich ja lediglich die Falltür die sich auf dieser Seite des Lagers befindet. Ich gehe zurück zu meiner Hütte und bereite Charlie und mir das Frühstück zu, um mich danach auf den Weg zu machen und meine Gegend weiter zu erkunden…

Tagebucheintrag #15

Schnell werde ich fündig, ein grosses rostiges Messer mit hölzernem Griff, das aussieht als könnte ich mein Abendmahl damit portionsgerecht zerteilen, ich nehme es an mich, packe mir  noch die Schubkarre und begebe mich zu dem eben zurückgelassenen Tier.

Ich kann bei meiner Rückkehr erkennen, dass mein Schuss sauber getroffen hat, nur ein wenig Blut ist bis jetzt aus der Eintrittsstelle getropft so dass der Boden noch nicht von Blut getränkt ist. Ich mache mir Gedanken darüber ob jch den Hirsch hier zerlegen und häuten soll oder nicht. Den Hirsch hier zu häuten würde bedeuten, dass Liter von frischem Blut den Boden bedecken würden und der Geruch sicher meilenweit für Untote zu riechen wäre, was für mich wohl bedeuten würde, dass die Untoten sich vor meinem Schutzzaun sammeln würden um mich anzugreifen.

Doch wo soll ich sonst das Tier zerlegen? Der Fluss kommt mir in den Sinn, immerhin sind meine Wasserreserven gestern nicht gefüllt worden, wieso nicht beides miteinander verbinden denke ich mir. Also hiefe ich mit ganzer Kraft den Hirsch in die Schubkarre und fahre ihn durch das Camp zum Fluss. Ich suche mir eine Stelle, die mir eine möglichst gute Aussicht bietet und mache mich an die Arbeit den Hirsch erst zu häuten und so gut wie möglich ausbluten zulassen bevor ich ihn in Stücke zerlegen werde. In der Zwischenzeit fülle ich die Kanister die ich auf dem Weg zum Fluss von gestern aufgesammelt habe mit Wasser und wasche mich etwas im Fluss. Es ist unbeschreiblich kalt aber das Wasser durchblutet meinen Körper und gibt mir neue Kraft.

Nicht nur ich geniesse die Stille und das kalte Wasser, sondern auch Charlie lässt es sich nicht entgehen ein kleines Bad zu nehmen. Mein Wissen über das Schlachten und Zerlegen von Tieren ist begrenzt, das einzige was ich mit Sicherheit weiss ist, dass Hühner auch ohne Kopf noch durch die Gegend rennen – ob mir diese Information jetzt wirklich weiterhilft, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Da mein Wissen nicht mehr hergibt fange ich einfach nach Gefühl an den Hirsch zu zerlegen.
Es tritt kaum noch Blut aus den Stellen an denen ich ihn aufgeschnitten habe, also kann auch nicht mehr viel in ihm sein denke ich mir. Tja pech gehabt, falsch gedacht! Innerhalb weniger Sekunden und einem falschen Schnitt später bin ich getränkt vom Blut des Hirsches. Das bedeutet wohl ein zweites Bad für mich nur diesmal in voller Montur..der Rückweg muss danach schnell und ohne Zwischenfall von sich gehen, es ist zu kalt um mit nasser Kleidung längere Zeit durch die Gegend zu laufen!

Ich teile den Hirsch in etwa gleichgroße Teile und lege jedes von diesen in die Schubkarre zu den Wasserkanistern bevor ich ein letztes mal in den Fluss springe um mich von dem Blut zu befreien. Zitternd und bibbernd mache ich mich auf auf den Weg zurück ins Camp. Nachdem ich mich versichert habe, dass die Stelle an dem ich den Hirsch zerlegt habe befreit von Blut ist und alles sauber ist. Ich komme ins Lager zurück und ziehe mich erstmal um. Ich kann es nicht riskieren mir eine Erkältung einzufangen.

Ich begebe ich mich in die alte Räucherhütte und begutachte den Zustand etwas genauer. In so einem schlechten Zustand wie ich gedacht hatte ist die Hütte bei weitem nicht bin der festen Überzeugung ich könnte sie noch heute reparieren. Es ist kalt genug, dass das Fleisch in ein paar Stunden nicht verderben wird und so mache ich mich direkt an die Arbeit.

Nach gefühlten 4 Stunden sieht es zumindest wieder aus wie eine Hütte. Alles ist relativ dicht verarbeitet, der Schornstein repariert und eine Feuerstelle vorbereitet. Die Haken, die zwischen den Brettern lagen, hängen wieder an der  Decke und werden von mir fortan als Lagerplatz für mein Fleisch dienen.

Draussen sammel ich Holz und etwas Zunder damit ich ein Feuer entfachen kann. Während das Holz langsam aber kontinuierlich anfängt eine schöne heisse Glut zu bilden, grille ich provisorisch das erste große Stück Fleisch seit Tagen über dem Feuer für mich und Charlie.

Mir läuft das Wasser im Mund zusammen  als ich es fertig gegart vom Feuer nehme. Charlie und ich geniessen unser eiweißhaltiges Abendessen in unserer Hütte und legen uns aneinander gekuschelt, voll-gegessen und überglücklich zum Schlafen in die Nähe des Feuers. Gestärkt fallen wir kurze Zeit später in einen festen und traumlosen Schlaf….

Tagebucheintrag #14

Wenige Sekunden später verliere ich das Bewusstsein, das letzte was ich sehe sind die vertrauensvollen Augen von Charlie, die einen klagenden Laut von sich gibt, dann überrennt mich die Dunkelheit…

Als ich wieder zu mir komme ist die Sonne bereits untergegangen, Charlie liegt neben mir, ich spüre ihren Atmen kann sie jedoch nicht sehen. Da sie vollkommen entspannt neben mir liegt scheint keine Gefahr in der Gegend zu sein. Langsam strecke ich meine Arme aus und sofort durchzuckt mich ein stechender Schmerz in meiner rechten Schulter ich bin überzeugt davon, dass ich mir mindestens eine Prellung zugezogen habe doch ich habe jetzt keine Zeit um mich um die Verletzung zu kümmern. Das Risiko ist einfach zu groß, dass doch ein Zombie in der Nähe ist und mich in einer ungünstigen Situation angreift.

Ich spreche zu Charlie wie ich auch zu einem Menschen sprechen würde: „bring mich nach hause!“ schon schmiegt sie sich an mein Bein. Ich ertaste ihr Halsband und sie fängt langsam an zu laufen, es kommt mir vor als ist sie sehr darauf bedacht den Kontakt zwischen ihr und mir nicht zu verlieren. Sie läuft und läuft und nach einer Ewigkeit bleibt sie vor unserem Tor stehen…erst jetzt erinner ich mich daran, dass ich dies unverschlossen hinterlassen hatte. Ob wohl eine dieser bissigen Kreaturen in mein Lager gegangen ist und nur auf mich wartet geht es mir durch den Kopf. Ich habe keine andere Wahl als das Lager zu betreten. Kurz überlege ich ob ich das Tor offen lassen soll beschließe dann jedoch es zu verschließen um nicht eventuell noch mehr Untote in mein Lager zu lassen auch wenn dies heisst ,dass ich mich einer gewissen Gefahr aussetze wenn sich wirklich einer im Lager herumtreibt.

Ich gehe auf schnellstmöglichem Weg in meine Schlafhütte, vergewissere mich, dass diese leer ist und verschliesse sie gründlich hinter mir und Charlie. Diese Nacht werde ich mich nicht der Gefahr aussetzen, sondern warten bis die Morgendämmerung anbricht bevor ich das Lager durchsuche. Ich versuche angestrengt zu schlafen aber es gelingt mir nur schlecht, zu groß ist die Angst nicht mehr alleine zu sein und von einer ganze  Horde überrascht zu werden.

Als die Sonne aufgeht schnappe ich mir meine Axt und begebe mich nach draussen. Ich höre ein schweres Atmen kann jedoch nicht ausmachen aus welcher Richtung dies kommt, ich schaue zu Charlie runter die es anscheinend auch hört.  Ihre Ohren sind aufmerksam nach hinten gerichtet und geduckt begibt sie sich in die hintere Ecke des Lagers. Ich folge ihr vorsichtig um mich nicht zu verraten. Keine zwei Minuten später stehe ich vor ihm. Ein solch grossen Hirsch habe ich in meinem ganze  Leben noch nicht gesehen und das obwohl meine Kindheit nur aus Camping-, Wald- und Surivivalurlauben bestanden hat. Mir wird direkt bewusst, dass ich keine Chance habe ihn mit der Axt zu erlegen, ich beschließe zurück zu der Hütte zu gehen in der die Werkzeuge gelagert wurden und mir etwas geeigneteres zu suchen.

Da meine Beute eh nicht mehr aus dem Lager kommt muss ich mich nicht beeilen, bin jedoch noch immer darauf bedacht, dass unter Umständen auch Untote hier rumlaufen könnten. Ich erreiche ungehindert die Hütte und fange unverzüglich an sie nach etwas Brauchbarem zu untersuchen. Ich öffne jeden der Schränke und jede Schublade. In der letzten Schublade finde ich einen Revolver, ich überprüfe ihn und sehe eine einzelne Patrone. Ob ich diese verschwenden soll um den Hirsch zu erlegen, ich bin mir unsicher… entscheide mich dann jedoch dafür da mir eine Kugel bei einem Angriff ohnehin nur bedingt helfen würde, da ich nicht weiss ob eine einzige Kugel einen Beisser überhaupt töten würde.

Ich schnappe mir die Waffe und mach mich zurück auf den Weg zu meinem Abendessen. An fast der selben Stelle wie eben steht das wunderschöne Tier, fast zu schade es zu töten aber es bedeutet Fleisch und somit lebenswichtige Energiereserven für mich und Charlie. Ich lasse mir Zeit, setze an und ziele konzentriert, ein letztes mal tief ein- und ausatmen und ich drücke ab. Die Kugel hat pefekt die Schläfe getroffen und das Tier sackt ohne zu leiden vor mir tot zusammen.
Ich lasse den Revolver neben mir fallen uns entferne mich zunächst vom Kadaver um das restliche Lager gründlich nach unerwünschten Eindringlingen zu durchsuchen. Keine Untoten, alles sicher, was habe ich nur für ein Glück gehabt.

Tagebucheintrag #13

Mir ist bewusst wie riskant es ist, das Lager zu verlassen – doch die letzten Tage sind extrem ruhig verlaufen und ich will mich auf die Suche nach essbaren Pilzen, Wurzeln, Beeren und Kräutern machen, die ich vielleicht konservieren kann um mir Vorräte zu schaffen oder aber Samen zu sammeln um selber etwas anzubauen. Ich möchte außerdem jagen, seit Tagen haben Charlie und ich kein tierisches Eiweiß zu uns genommen und es zehrt an unseren Kräften, außerdem sind meine Wasserreserven nun endgültig aufgebraucht.

Ich durchquere das große hölzerne Tor und lasse es angelehnt zurück, natürlich ist es gefährlich es unverschlossen zurück zu lassen, doch anderseits könnte es im Falle eines Angriffs auf mich im Wald besser sein schnell einen Zufluchtsort zu haben.
Charlie begleitet mich, sie ist treu an meiner Seite, kaum zu glauben, dass ich sie erst seit einer Woche mein Begleiter ist, es kommt mir vor als sei sie schön seit Beginn der Epidemie an meiner Seite. Ruhig gehen wir knappe 15 Minuten in den Wald hinein als Charlie plötzlich laut anfängt zu knurren und sie anfängt die Zähne zu fletschen. Keine 10 Meter vor uns ist ein Untoter der auf uns aufgrund Charlies Knurrens aufmerksam geworden ist. Er rennt auf uns zu gerannt, er muss gerade erst frisch mutiert sein schießt es mir durch den Kopf, so schnell sind sie nur in den ersten Stunden. Ich zücke mein Kampfmesser im Handumdrehen und bemerke wie er zum Angriff ausholt. Ich ramme ihm mein das Messer in einer weiten halbkreisförmigen Bewegung und mit voller Kraft in seinen aufgeblähten blutigen infizierten Bauch. Der Untote faucht hass- und schmerzerfüllt auf, er umklammert das Messer und versucht es aus seinem Leib zu ziehen, scheint als hätte er zu meinem Glück die Widerhaken nicht gesehen als ich zustieß. Er zieht und zerrt das Messer aus seinem Körper, sein Blut und Gedärme spritzen durch die Luft und quellen aus seinem deformierten Körper als er sich zum nächsten Angriff bereit macht. Ohne dem ganzen Szenario eine besondere Bedeutung zuzuordnen kommt der Beißer auf mich zu, reflexartig greife ich nach einem Holzpfahl der nur wenige Zentimeter neben mir an einem Baum steht, er ist der erstbeste Gegenstand den ich zu fassen kriege und meine Hand schmiegt sich um das raue Holz.

Es ist Zeit, Zeit zum Handeln oder zu Sterben. Ich entscheide mich für Handeln und schnelle nach vorne, hole aus, von unten und mit aller Kraft. Der Pfahl trifft sein Ziel, die linke Seite des degenerierten Monsters, das Geräusch, das entsteht ist das eines brechenden Astes [KRACK], ich spüre den Schlag bis in mein Schulterblatt, meine Finger sind fast taub von dem Aufprall doch ich hole ein weiteres Mal aus um den Beißer den Rest zugeben und ihn endgültig hinzurichten. Ich treffe ein weiteres Mal voll ins Schwarze, die Stelle vom vorherigen Schlag bei dem ein Teil der Haare und der Schädeldecke weggefetzt war. Unter der Kraft des zweiten Schlags explodiert der Schädel. Knochensplitter und Hirnmasse spritzen durch den Wald und mir entgegen. Ich kriege kaum noch etwas mit so benommen bin ich durch den Schmerz in meinem Schulterblatt.

Ich sehe nur noch wie der Körper des Beißers mit seinem zermatschten Kopf geräuschlos umfällt und den Waldboden mit Blut und Hirnmasse tränkt.