Tagebucheintrag #15

Schnell werde ich fündig, ein grosses rostiges Messer mit hölzernem Griff, das aussieht als könnte ich mein Abendmahl damit portionsgerecht zerteilen, ich nehme es an mich, packe mir  noch die Schubkarre und begebe mich zu dem eben zurückgelassenen Tier.

Ich kann bei meiner Rückkehr erkennen, dass mein Schuss sauber getroffen hat, nur ein wenig Blut ist bis jetzt aus der Eintrittsstelle getropft so dass der Boden noch nicht von Blut getränkt ist. Ich mache mir Gedanken darüber ob jch den Hirsch hier zerlegen und häuten soll oder nicht. Den Hirsch hier zu häuten würde bedeuten, dass Liter von frischem Blut den Boden bedecken würden und der Geruch sicher meilenweit für Untote zu riechen wäre, was für mich wohl bedeuten würde, dass die Untoten sich vor meinem Schutzzaun sammeln würden um mich anzugreifen.

Doch wo soll ich sonst das Tier zerlegen? Der Fluss kommt mir in den Sinn, immerhin sind meine Wasserreserven gestern nicht gefüllt worden, wieso nicht beides miteinander verbinden denke ich mir. Also hiefe ich mit ganzer Kraft den Hirsch in die Schubkarre und fahre ihn durch das Camp zum Fluss. Ich suche mir eine Stelle, die mir eine möglichst gute Aussicht bietet und mache mich an die Arbeit den Hirsch erst zu häuten und so gut wie möglich ausbluten zulassen bevor ich ihn in Stücke zerlegen werde. In der Zwischenzeit fülle ich die Kanister die ich auf dem Weg zum Fluss von gestern aufgesammelt habe mit Wasser und wasche mich etwas im Fluss. Es ist unbeschreiblich kalt aber das Wasser durchblutet meinen Körper und gibt mir neue Kraft.

Nicht nur ich geniesse die Stille und das kalte Wasser, sondern auch Charlie lässt es sich nicht entgehen ein kleines Bad zu nehmen. Mein Wissen über das Schlachten und Zerlegen von Tieren ist begrenzt, das einzige was ich mit Sicherheit weiss ist, dass Hühner auch ohne Kopf noch durch die Gegend rennen – ob mir diese Information jetzt wirklich weiterhilft, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Da mein Wissen nicht mehr hergibt fange ich einfach nach Gefühl an den Hirsch zu zerlegen.
Es tritt kaum noch Blut aus den Stellen an denen ich ihn aufgeschnitten habe, also kann auch nicht mehr viel in ihm sein denke ich mir. Tja pech gehabt, falsch gedacht! Innerhalb weniger Sekunden und einem falschen Schnitt später bin ich getränkt vom Blut des Hirsches. Das bedeutet wohl ein zweites Bad für mich nur diesmal in voller Montur..der Rückweg muss danach schnell und ohne Zwischenfall von sich gehen, es ist zu kalt um mit nasser Kleidung längere Zeit durch die Gegend zu laufen!

Ich teile den Hirsch in etwa gleichgroße Teile und lege jedes von diesen in die Schubkarre zu den Wasserkanistern bevor ich ein letztes mal in den Fluss springe um mich von dem Blut zu befreien. Zitternd und bibbernd mache ich mich auf auf den Weg zurück ins Camp. Nachdem ich mich versichert habe, dass die Stelle an dem ich den Hirsch zerlegt habe befreit von Blut ist und alles sauber ist. Ich komme ins Lager zurück und ziehe mich erstmal um. Ich kann es nicht riskieren mir eine Erkältung einzufangen.

Ich begebe ich mich in die alte Räucherhütte und begutachte den Zustand etwas genauer. In so einem schlechten Zustand wie ich gedacht hatte ist die Hütte bei weitem nicht bin der festen Überzeugung ich könnte sie noch heute reparieren. Es ist kalt genug, dass das Fleisch in ein paar Stunden nicht verderben wird und so mache ich mich direkt an die Arbeit.

Nach gefühlten 4 Stunden sieht es zumindest wieder aus wie eine Hütte. Alles ist relativ dicht verarbeitet, der Schornstein repariert und eine Feuerstelle vorbereitet. Die Haken, die zwischen den Brettern lagen, hängen wieder an der  Decke und werden von mir fortan als Lagerplatz für mein Fleisch dienen.

Draussen sammel ich Holz und etwas Zunder damit ich ein Feuer entfachen kann. Während das Holz langsam aber kontinuierlich anfängt eine schöne heisse Glut zu bilden, grille ich provisorisch das erste große Stück Fleisch seit Tagen über dem Feuer für mich und Charlie.

Mir läuft das Wasser im Mund zusammen  als ich es fertig gegart vom Feuer nehme. Charlie und ich geniessen unser eiweißhaltiges Abendessen in unserer Hütte und legen uns aneinander gekuschelt, voll-gegessen und überglücklich zum Schlafen in die Nähe des Feuers. Gestärkt fallen wir kurze Zeit später in einen festen und traumlosen Schlaf….

Tagebucheintrag #14

Wenige Sekunden später verliere ich das Bewusstsein, das letzte was ich sehe sind die vertrauensvollen Augen von Charlie, die einen klagenden Laut von sich gibt, dann überrennt mich die Dunkelheit…

Als ich wieder zu mir komme ist die Sonne bereits untergegangen, Charlie liegt neben mir, ich spüre ihren Atmen kann sie jedoch nicht sehen. Da sie vollkommen entspannt neben mir liegt scheint keine Gefahr in der Gegend zu sein. Langsam strecke ich meine Arme aus und sofort durchzuckt mich ein stechender Schmerz in meiner rechten Schulter ich bin überzeugt davon, dass ich mir mindestens eine Prellung zugezogen habe doch ich habe jetzt keine Zeit um mich um die Verletzung zu kümmern. Das Risiko ist einfach zu groß, dass doch ein Zombie in der Nähe ist und mich in einer ungünstigen Situation angreift.

Ich spreche zu Charlie wie ich auch zu einem Menschen sprechen würde: „bring mich nach hause!“ schon schmiegt sie sich an mein Bein. Ich ertaste ihr Halsband und sie fängt langsam an zu laufen, es kommt mir vor als ist sie sehr darauf bedacht den Kontakt zwischen ihr und mir nicht zu verlieren. Sie läuft und läuft und nach einer Ewigkeit bleibt sie vor unserem Tor stehen…erst jetzt erinner ich mich daran, dass ich dies unverschlossen hinterlassen hatte. Ob wohl eine dieser bissigen Kreaturen in mein Lager gegangen ist und nur auf mich wartet geht es mir durch den Kopf. Ich habe keine andere Wahl als das Lager zu betreten. Kurz überlege ich ob ich das Tor offen lassen soll beschließe dann jedoch es zu verschließen um nicht eventuell noch mehr Untote in mein Lager zu lassen auch wenn dies heisst ,dass ich mich einer gewissen Gefahr aussetze wenn sich wirklich einer im Lager herumtreibt.

Ich gehe auf schnellstmöglichem Weg in meine Schlafhütte, vergewissere mich, dass diese leer ist und verschliesse sie gründlich hinter mir und Charlie. Diese Nacht werde ich mich nicht der Gefahr aussetzen, sondern warten bis die Morgendämmerung anbricht bevor ich das Lager durchsuche. Ich versuche angestrengt zu schlafen aber es gelingt mir nur schlecht, zu groß ist die Angst nicht mehr alleine zu sein und von einer ganze  Horde überrascht zu werden.

Als die Sonne aufgeht schnappe ich mir meine Axt und begebe mich nach draussen. Ich höre ein schweres Atmen kann jedoch nicht ausmachen aus welcher Richtung dies kommt, ich schaue zu Charlie runter die es anscheinend auch hört.  Ihre Ohren sind aufmerksam nach hinten gerichtet und geduckt begibt sie sich in die hintere Ecke des Lagers. Ich folge ihr vorsichtig um mich nicht zu verraten. Keine zwei Minuten später stehe ich vor ihm. Ein solch grossen Hirsch habe ich in meinem ganze  Leben noch nicht gesehen und das obwohl meine Kindheit nur aus Camping-, Wald- und Surivivalurlauben bestanden hat. Mir wird direkt bewusst, dass ich keine Chance habe ihn mit der Axt zu erlegen, ich beschließe zurück zu der Hütte zu gehen in der die Werkzeuge gelagert wurden und mir etwas geeigneteres zu suchen.

Da meine Beute eh nicht mehr aus dem Lager kommt muss ich mich nicht beeilen, bin jedoch noch immer darauf bedacht, dass unter Umständen auch Untote hier rumlaufen könnten. Ich erreiche ungehindert die Hütte und fange unverzüglich an sie nach etwas Brauchbarem zu untersuchen. Ich öffne jeden der Schränke und jede Schublade. In der letzten Schublade finde ich einen Revolver, ich überprüfe ihn und sehe eine einzelne Patrone. Ob ich diese verschwenden soll um den Hirsch zu erlegen, ich bin mir unsicher… entscheide mich dann jedoch dafür da mir eine Kugel bei einem Angriff ohnehin nur bedingt helfen würde, da ich nicht weiss ob eine einzige Kugel einen Beisser überhaupt töten würde.

Ich schnappe mir die Waffe und mach mich zurück auf den Weg zu meinem Abendessen. An fast der selben Stelle wie eben steht das wunderschöne Tier, fast zu schade es zu töten aber es bedeutet Fleisch und somit lebenswichtige Energiereserven für mich und Charlie. Ich lasse mir Zeit, setze an und ziele konzentriert, ein letztes mal tief ein- und ausatmen und ich drücke ab. Die Kugel hat pefekt die Schläfe getroffen und das Tier sackt ohne zu leiden vor mir tot zusammen.
Ich lasse den Revolver neben mir fallen uns entferne mich zunächst vom Kadaver um das restliche Lager gründlich nach unerwünschten Eindringlingen zu durchsuchen. Keine Untoten, alles sicher, was habe ich nur für ein Glück gehabt.

Tagebucheintrag #13

Mir ist bewusst wie riskant es ist, das Lager zu verlassen – doch die letzten Tage sind extrem ruhig verlaufen und ich will mich auf die Suche nach essbaren Pilzen, Wurzeln, Beeren und Kräutern machen, die ich vielleicht konservieren kann um mir Vorräte zu schaffen oder aber Samen zu sammeln um selber etwas anzubauen. Ich möchte außerdem jagen, seit Tagen haben Charlie und ich kein tierisches Eiweiß zu uns genommen und es zehrt an unseren Kräften, außerdem sind meine Wasserreserven nun endgültig aufgebraucht.

Ich durchquere das große hölzerne Tor und lasse es angelehnt zurück, natürlich ist es gefährlich es unverschlossen zurück zu lassen, doch anderseits könnte es im Falle eines Angriffs auf mich im Wald besser sein schnell einen Zufluchtsort zu haben.
Charlie begleitet mich, sie ist treu an meiner Seite, kaum zu glauben, dass ich sie erst seit einer Woche mein Begleiter ist, es kommt mir vor als sei sie schön seit Beginn der Epidemie an meiner Seite. Ruhig gehen wir knappe 15 Minuten in den Wald hinein als Charlie plötzlich laut anfängt zu knurren und sie anfängt die Zähne zu fletschen. Keine 10 Meter vor uns ist ein Untoter der auf uns aufgrund Charlies Knurrens aufmerksam geworden ist. Er rennt auf uns zu gerannt, er muss gerade erst frisch mutiert sein schießt es mir durch den Kopf, so schnell sind sie nur in den ersten Stunden. Ich zücke mein Kampfmesser im Handumdrehen und bemerke wie er zum Angriff ausholt. Ich ramme ihm mein das Messer in einer weiten halbkreisförmigen Bewegung und mit voller Kraft in seinen aufgeblähten blutigen infizierten Bauch. Der Untote faucht hass- und schmerzerfüllt auf, er umklammert das Messer und versucht es aus seinem Leib zu ziehen, scheint als hätte er zu meinem Glück die Widerhaken nicht gesehen als ich zustieß. Er zieht und zerrt das Messer aus seinem Körper, sein Blut und Gedärme spritzen durch die Luft und quellen aus seinem deformierten Körper als er sich zum nächsten Angriff bereit macht. Ohne dem ganzen Szenario eine besondere Bedeutung zuzuordnen kommt der Beißer auf mich zu, reflexartig greife ich nach einem Holzpfahl der nur wenige Zentimeter neben mir an einem Baum steht, er ist der erstbeste Gegenstand den ich zu fassen kriege und meine Hand schmiegt sich um das raue Holz.

Es ist Zeit, Zeit zum Handeln oder zu Sterben. Ich entscheide mich für Handeln und schnelle nach vorne, hole aus, von unten und mit aller Kraft. Der Pfahl trifft sein Ziel, die linke Seite des degenerierten Monsters, das Geräusch, das entsteht ist das eines brechenden Astes [KRACK], ich spüre den Schlag bis in mein Schulterblatt, meine Finger sind fast taub von dem Aufprall doch ich hole ein weiteres Mal aus um den Beißer den Rest zugeben und ihn endgültig hinzurichten. Ich treffe ein weiteres Mal voll ins Schwarze, die Stelle vom vorherigen Schlag bei dem ein Teil der Haare und der Schädeldecke weggefetzt war. Unter der Kraft des zweiten Schlags explodiert der Schädel. Knochensplitter und Hirnmasse spritzen durch den Wald und mir entgegen. Ich kriege kaum noch etwas mit so benommen bin ich durch den Schmerz in meinem Schulterblatt.

Ich sehe nur noch wie der Körper des Beißers mit seinem zermatschten Kopf geräuschlos umfällt und den Waldboden mit Blut und Hirnmasse tränkt.

Tagebucheintrag #12

Ich werde schweißgebadet wach, noch immer im Traum gefangen und völlig überrumpelt von der Vergangenheit und dem Wunsch meine Familie wiederzusehen. Erst als Charlie sich neben mir regt, bringt es mich in die Gegenwart zurück und mein Magen meldet sich zu Wort. Ich hatte gestern Abend schon wahnsinnigen Hunger und habe ein schlechtes Gewissen, denn nicht nur mein Magen knurrt hörbar sondern auch der von Charlie. In der Hektik des letzten Tages und meinem Wunsch das Dorf sicher zu machen habe ich nicht daran gedacht etwas zu essen zu suchen oder zu jagen. Aus diesem Grund ist mein heutiges Tagesziel Nahrungsmittel zu suchen. Bei meiner morgendlichen Katzenwäsche muss ich leider feststellen, dass auch meine Trinkwasserreserven sich dem Ende zu neigen und ich wohl oder übel heute oder morgen neues Wasser holen und abkochen muss. Einige anstrengende Tage liegen vor mir, doch ich freue mich wahnsinnig drauf, da ich endlich ein neues Heim besitze. Ein Gefühl, das ich schön länger nicht mehr gefühlt habe.

Ich habe Glück, gleich in der ersten Hütte finde ich Unmengen an Konserven und Einmachgläsern mir Lebensmitteln in den selbstgezimmerten verriegelten Schränken die ich vorher nicht geöffnet hatte. Ich finde sogar sechs 25 Kilo Säcke mit Korn und drei Säcke mit Mehl, ich kann theoretisch sogar etwas backen, bei dem Gedanken an Brot läuft mir das Wasser im Mund zusammen.
Die Lebensmittel werden sicherlich für einige Wochen reichen und ich brauch mir erst mal keine Gedanken machen wie ich über die Runde komme. Ich durchsuche noch die anderen Hütten und finde auch hier einige Lebensmittel, auch wenn es weniger sind als in der ersten Hütte. Ich bringe alle Vorräte in die erste Hütte und beschließe mir aus dieser einen Lagerraum zu machen. Von außen muss ich leider feststellen, dass mein Lagerraum einige Stellen aufweist, die morsch und nass sind, das bedeutet wohl für mich. dass ich diese in den nächsten Tagen auch ausbessern muss da sonst meine Lebensmittel verderben könnten.

Ich stelle fest, dass die Hütten wesentlich „luxuriöser“ eingerichtet und gebaut sind als ich es vermutet hätte. bzw. ich es gesehen hatte als ich die Hütten nach Werkzeugen durchsucht hatte. Eine der kleineren Hütten hat eine Feuerstelle und es riecht und sieht aus als ob diese früher zum Fleischräuchern genutzt wurde und ich überlege mir diese zu reparieren um mein Fleisch haltbar zu machen. Doch bevor ich mich all den Aufgaben widme gibt, es erst mal ein gutes Frühstück für Charlie und mich. Ich nehme eine Dose Suppe und eine Dose Pasta mit Tomatensoße aus meinem Vorratsschrank und erwärme sie auf der noch vorhandenen Glut. Das Essen scheint nicht nur mir geschmeckt zu haben, denn Charlie liegt neben mir am Feuer und schläft. Ich genieße den Moment der glücklichen Ruhe und das Gefühl endlich etwas Vernünftiges gegessen zu haben.

Auf einem zusammengezimmerten Regal sehe ich Blätter und einige Notizbücher sowie eine Karte auf der einige Stellen markiert wurden, was die Stellen wohl zu bedeuten haben frage ich mich. Ich rappel mich auf nehme beides an mich und setze mich wieder zurück ans Feuer und fange an zu lesen. Was ich lese will mein Kopf einfach nicht begreifen, die Aufzeichnungen sind keine drei Wochen alt und es steht bis zum letzten Eintrag nicht von einem Angriff oder warum die Menschen das Dorf verlassen mussten….

Tagebucheintrag #11

Ich suche die einzelnen Hütten nach Werkzeugen und weiteren brauchbaren Gegenständen ab um den Zaun zu verbessern und erfreue mich trotz meiner Situation über die Tatsache. dass eine der hinteren kleinen Hütten wohl als Werkstatt genutzt wurde.
Zwar finde ich keine besonders große Menge an Werkzeug aber immerhin eine Säge, einen Hammer und einige Dosen Nägel sowie einige Zangen. Leider finde ich in „meiner“ ganzen Festung kein Holz bzw. keine Bretter um den Zaun auszubessern und so bleibt mir nichts anders übrig als eine der zerstörten Hütten komplett auseinander zu nehmen.
Es ist mühsam und enorm zeitaufwendig die Nägel aus den Brettern zu ziehen, enorm darauf bedacht mich selber nicht zu verletzten und somit die Chance infiziert zu werden zu erhöhen.
Ich verbringe Stunden damit die Wände der Hütte auseinander zu nehmen und die Bretter dann am Zaun anzubringen. Selbst als die Dämmerung einbricht höre ich nicht auf, ich weiß selber, dass ich in dieser Nacht wohl kein Auge zukriegen werde wenn ich die ganze Nacht darüber nachdenke, dass man mich angreifen könnte.
Spätnachts schlage ich das letzte Brett an den Zaun und bestaune voller Stolz mein Werk der vergangenen Stunden. Ich bin überzeugt davon, dass der Zaun mich schützen wird, selbst vor einer Horde Beißern und beschließe die Hütte aufzusuchen in der eine kleine Feuerstelle im Boden eingelassen ist und entfache ein Feuer für die Nacht.
Völlig ausgehungert aber zu müde um in der Dunkelheit die Kraft aufzubringen etwas essbares zu suchen schlafe ich an Charlie liegend vor dem Feuer ein und träume von meiner Vergangenheit, meiner Familie, meinen damaligen Zukunftsplänen und meiner Freundin Anna…

Tagebucheintrag #10

Den Rest der Nacht habe ich ruhig geschlafen, die Anwesenheit meines neuen Begleiters, ich hab sie „Charlie“ genannt nachdem ich festgestellt habe, dass es sich um eine Sie handelt hat mich tiefer und fester schlafen lassen.

Zwei Ohren mehr die  Wache halten konnten in der letzten Nacht und  die uns vor Untoten hätten waren können doch die restlichen paar Stunden der Nacht verliefen ruhig. Im frühen Morgengrauen habe ich mich dazu entschlossen ein weiteres Mal in das Dorf zu wandern, denn ich bin der Meinung dass dieses verlassenen Dorf eine optimale Festung für Charlie und mich ist. Natürlich muss ich den  Untoten töten und beseitigen und die Ein- bzw. Ausgänge verschließen und den Palisadenzaun verbessern doch alles in allem werden die Hütten meiner Meinung nach ein besseres Versteck und besseren Schutz bieten als mein Unterschlupf im Wald unter ein paar Zweigen. Da die Nächte immer kälter werden und ich nicht einmal ein Zelt habe um mich vor Nässe und Frost zu schützen und auch kein größeres Feuer entfachen kann und keine Aufmerksamkeit von Beißern auf mich zu ziehen wird mein Einzug in das Dorf mein Leben wahrlich bereichern. Ich packe meine Habseligkeiten zusammen, die mittlerweile aus meinem Rucksack, dem Kompass, den zwei Feldflaschen, dem Messer, meiner gefunden Axt sowie dem Notfallpaket und dem Wasserkanister bestehen. Zu meinem Glück ist Charlie ein ruhiger und aufmerksamer Hund und sie gehorcht mir aufs Wort, auch ohne Leine läuft sie neben mir her und beobachtet aufmerksam die Gegend.

Während meinem Fußweg in das Dorf, das ich glücklicherweise ohne Zwischenfall erreiche, erfreue ich mich über die Tatsache nicht auf weitere Untote zu treffen und unbemerkt hereinzuschleichen, den Beißer von gestern finde ich in der letzten Hütte elendig verreckend am Boden, er kriecht trotzt enormen Blutverlust über  den Boden der Hütte und versucht erneut mich anzugreifen und in den Knöchel zu beißen. Ich töte ihn indem ich ihm den Kopf mit der Axt spalte und in Stücke schlage um ihn einfacher zu transportieren. Neben einer der Hütten habe ich eine Schubkarre gesehen, die mir dazu dient seine Einzelteile in den Wald zu fahren und zu vergraben. Ich bin äußerst vorsichtig, denn ich will keine weiteren Beißer in mein neues Heim locken. Als ich in das Dorf zurück komme verbarrikadiere ich den Eingang hinter Charlie und mir und mache mich ein weiteres Mal an die Überprüfung des Lagers, denn bevor ich auch den Ausgang hinter und verschließe will ich sicher sein nicht in einen Hinterhalt der Untoten  geraten zu sein. Nach gründlicher Suche kann ich mit sicherem Gefühl auch den Ausgang meiner Festung verschließen sowie die Falltüren der einzelnen Hütten.

Es ist mittlerweile Nachmittag und ich will unbedingt noch die wirklich schlechten Stellen des Palisadenzauns ausbessern bevor die Nacht einbricht und somit mache ich mich auf die Suche nach brauchbaren Gegenständen für meinen Plan.

Tagebucheintrag #9

…Das Licht blendet mich für mehrere Sekunden, schutzlos stehe ich in der Öffnung des Tunnels, den Untoten wehrlos ausgeliefert, ich kneife meine Augen zusammen um mich an das plötzliche Licht zu gewöhnen und öffne sie vorsichtig um festzustellen, dass ich mich alleine und Außerhalb des Dorfs befinde.

Keine 10 Meter hinter mir befindet sich der Palisadenzaun, vor mir liegt ruhig der Wald der zu meinem Versteck führt. Ich verdecke den Ausgang des Tunnels und versichere mich das er für andere Menschen oder Untote nicht sichtbar ist bevor ich mich leise  auf den Rückweg zu meinem Versteck mache, der Abend wird in den nächsten Stunden anbrechen und in der Dunkelheit den Weg zurück zu finden wäre nicht nur riskant sondern auch fast unmöglich. Der Weg zurück kommt mir wesentlich länger vor als der Hinweg doch ich erreiche mein Lager unbeschädigt und ohne Zwischenfall durch Untote. In näherer Umgebung mach ich mich auf die Suche nach etwas essbaren und finde auf einer kleinen Lichtung ein paar Pilze sowie ein paar Wurzeln, von beidem habe ich keine Ahnung und weiß nicht ob ich es essen darf doch die Chance an Nahrung zu sterben nehme ich liebend gerne in Kauf, alles ist besser als gekratzt, gebissen und infiziert zu werden und zu einem dieser Monster  zu mutieren.

Ich laufe mit meinem Abendessen zurück zu meinem Unterschlupf und entfache erneut ein Feuer, langsam wird mir wieder warm und ich koche etwas Wasser auf um mich von dem Blut des Monsters zu reinigen, während mein Essen über dem Feuer gart. Ich esse Wurzel und Pilze und kaure mich neben dem Feuer zusammen um in einen unruhigen Schlaf zu fallen. Ich träume von den Erlebnissen des Tags und schrecke aus meinem Traum hoch als sich neben mir etwas bewegt. Innerhalb einer Sekunde bin ich hellwach, meine Sinne geschärft und mein Messer bereit um zuzustechen. Keine 3 Meter neben mir kauert ein abgemagerter Hund der mich misstrauisch mustert. Mein Kopf reagiert sofort und entspannt sich, jedoch nicht mein Körper. Es dauert ein zwei Minuten bevor auch mein Körper verstanden hat, dass keine Gefahr von dem Tier ausgeht und ich mein Abwehrhaltung aufgebe und mich dem Tier näher um zu sehen ob es keine Kratz- oder Beißspuren aufweist. Als ich mich dem Hund näher fängt dieser an zu knurren doch auch er erkennt nach wenigen Sekunden, dass auch von mir keine Gefahr ausgeht und kommt langsam auf mich zu.

Ich lasse ihn an meiner Hand schnuppern und greife langsam sein Halsband um ihn näher an mich zu ziehen und so Sicht auf seinen Körper zu bekommen. Keine sichtbaren Spuren, erleichtert Atme ich auf. Wie es scheint habe ich nach den Tagen der Einsamkeit einen neuen Gefährten an meiner Seite.