Tagebucheintrag #15


Schnell werde ich fündig, ein grosses rostiges Messer mit hölzernem Griff, das aussieht als könnte ich mein Abendmahl damit portionsgerecht zerteilen, ich nehme es an mich, packe mir  noch die Schubkarre und begebe mich zu dem eben zurückgelassenen Tier.

Ich kann bei meiner Rückkehr erkennen, dass mein Schuss sauber getroffen hat, nur ein wenig Blut ist bis jetzt aus der Eintrittsstelle getropft so dass der Boden noch nicht von Blut getränkt ist. Ich mache mir Gedanken darüber ob jch den Hirsch hier zerlegen und häuten soll oder nicht. Den Hirsch hier zu häuten würde bedeuten, dass Liter von frischem Blut den Boden bedecken würden und der Geruch sicher meilenweit für Untote zu riechen wäre, was für mich wohl bedeuten würde, dass die Untoten sich vor meinem Schutzzaun sammeln würden um mich anzugreifen.

Doch wo soll ich sonst das Tier zerlegen? Der Fluss kommt mir in den Sinn, immerhin sind meine Wasserreserven gestern nicht gefüllt worden, wieso nicht beides miteinander verbinden denke ich mir. Also hiefe ich mit ganzer Kraft den Hirsch in die Schubkarre und fahre ihn durch das Camp zum Fluss. Ich suche mir eine Stelle, die mir eine möglichst gute Aussicht bietet und mache mich an die Arbeit den Hirsch erst zu häuten und so gut wie möglich ausbluten zulassen bevor ich ihn in Stücke zerlegen werde. In der Zwischenzeit fülle ich die Kanister die ich auf dem Weg zum Fluss von gestern aufgesammelt habe mit Wasser und wasche mich etwas im Fluss. Es ist unbeschreiblich kalt aber das Wasser durchblutet meinen Körper und gibt mir neue Kraft.

Nicht nur ich geniesse die Stille und das kalte Wasser, sondern auch Charlie lässt es sich nicht entgehen ein kleines Bad zu nehmen. Mein Wissen über das Schlachten und Zerlegen von Tieren ist begrenzt, das einzige was ich mit Sicherheit weiss ist, dass Hühner auch ohne Kopf noch durch die Gegend rennen – ob mir diese Information jetzt wirklich weiterhilft, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Da mein Wissen nicht mehr hergibt fange ich einfach nach Gefühl an den Hirsch zu zerlegen.
Es tritt kaum noch Blut aus den Stellen an denen ich ihn aufgeschnitten habe, also kann auch nicht mehr viel in ihm sein denke ich mir. Tja pech gehabt, falsch gedacht! Innerhalb weniger Sekunden und einem falschen Schnitt später bin ich getränkt vom Blut des Hirsches. Das bedeutet wohl ein zweites Bad für mich nur diesmal in voller Montur..der Rückweg muss danach schnell und ohne Zwischenfall von sich gehen, es ist zu kalt um mit nasser Kleidung längere Zeit durch die Gegend zu laufen!

Ich teile den Hirsch in etwa gleichgroße Teile und lege jedes von diesen in die Schubkarre zu den Wasserkanistern bevor ich ein letztes mal in den Fluss springe um mich von dem Blut zu befreien. Zitternd und bibbernd mache ich mich auf auf den Weg zurück ins Camp. Nachdem ich mich versichert habe, dass die Stelle an dem ich den Hirsch zerlegt habe befreit von Blut ist und alles sauber ist. Ich komme ins Lager zurück und ziehe mich erstmal um. Ich kann es nicht riskieren mir eine Erkältung einzufangen.

Ich begebe ich mich in die alte Räucherhütte und begutachte den Zustand etwas genauer. In so einem schlechten Zustand wie ich gedacht hatte ist die Hütte bei weitem nicht bin der festen Überzeugung ich könnte sie noch heute reparieren. Es ist kalt genug, dass das Fleisch in ein paar Stunden nicht verderben wird und so mache ich mich direkt an die Arbeit.

Nach gefühlten 4 Stunden sieht es zumindest wieder aus wie eine Hütte. Alles ist relativ dicht verarbeitet, der Schornstein repariert und eine Feuerstelle vorbereitet. Die Haken, die zwischen den Brettern lagen, hängen wieder an der  Decke und werden von mir fortan als Lagerplatz für mein Fleisch dienen.

Draussen sammel ich Holz und etwas Zunder damit ich ein Feuer entfachen kann. Während das Holz langsam aber kontinuierlich anfängt eine schöne heisse Glut zu bilden, grille ich provisorisch das erste große Stück Fleisch seit Tagen über dem Feuer für mich und Charlie.

Mir läuft das Wasser im Mund zusammen  als ich es fertig gegart vom Feuer nehme. Charlie und ich geniessen unser eiweißhaltiges Abendessen in unserer Hütte und legen uns aneinander gekuschelt, voll-gegessen und überglücklich zum Schlafen in die Nähe des Feuers. Gestärkt fallen wir kurze Zeit später in einen festen und traumlosen Schlaf….

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