Tagebucheintrag #17


Karte, Kompass, Feldstecher, eine Flasche Wasser, mein Messer, einen Bolzenschneider den ich in der Werkstatt gefunden habe und ein wenig Proviant sind sicher in meinem großen Rucksack verstaut und Charlie wartet schon ganz gespannt an der Türe als ich meine Jacke vom Haken nehme um mich mit ihr zusammen auf den Weg mache um den hinteren Teil des Waldes zu erforschen. Ich öffne meine Versiegelung des Tores und schließe es hinter mir provisorisch, sodass tollpatschige Beißer es nicht aufkriegen sollten und ich in der Not jedoch schnell ins Lager zurück gelange.

Ich laufe eine geschätzte Stunde durch den Wald, den Weg nach Norden eingeschlagen den ich auf der Karte erkennen kann, und das dort wohl ein weiteres kleines Dorf sein muss, eins wie meins, das nur mit einem Stift in die Karte gezeichnet wurde. Es ist auch eine größere Stadt eingezeichnet die im Nord-Osten liegt aber die Gefahr auf Untote zu treffen ist dort viel größer, das war der Grund weswegen ich mich erst einmal für das kleine und meiner Meinung nach sicherere Dorf entschieden haben.
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Als ich das Dorf aus einiger Entfernung sehen kann, lege ich mich mal wieder auf die Lauer um zu gucken wie sicher das Dorf meiner Begierde ist. Ich sehe in einem Haus unweit von mir eine Bewegung am Fenster, schwenke meinen Feldstecher zu der Stelle zurück und warte… tatsächlich eine weibliche Gestalt im Fenster, sie hat blonde lange Haare die ihr lose über die nackten Schultern fallen. Ich sehe nie nur von hinten und bin mir nicht sicher ob sie ein Mensch ist oder zu den Untoten gehört. Still steht sie mir mit dem Rücken entgegen, ist sie überhaupt ein Mensch oder starre ich eine Puppe an, ich kann es wirklich nicht sagen. Nachdem ich ein paar weitere Minuten das Fenster angestarrt habe und mir sicher bin das es sich nur um eine Puppe handelt suche ich die direkte Umgebung weiterhin ab.

Weitere Bewegungen sind nicht zu vernehmen also bewege ich mich auf die Stadt zu. Ich gerate an ein großes metallenes Tor was durch eine dicke Metallkette geschützt ist. Eine Minute später und ein wenig Kraftaufwand später liegt die Kette am Boden und mir fällt jetzt erst auf das dies vielleicht keine gute Idee gewesen ist. Hat die Kette die Monster aus dem Dorf daran gehindert raus zukommen oder hat sie sie daran gehindert rein zukommen?! Fuck, was nun?! Da die Kette zerstört ist und ich kein Schloss habe um diese wenn überhaupt möglich zu fixieren lasse ich das Tor unverschlossen hinter mir zurück und mache mich auf meinen Weg nach etwas Nützlichem zu suchen.

Ich schaue mir die Läden an, die das kleine Dorf beherbergt und finde einen Elektronikladen, einen Waffenladen, ein Bekleidungsgeschäft, einen Supermarkt und eine Apotheke… Der Himmel auf Erden! Die meisten der Läden sind mit dicken Ketten verschlossen und es überkommt mich die Hoffnung, das in dem einigen der Läden einige Dinge auf mich warten die mir von Nöten sein könnten und mir mein Leben um einiges erleichtern könnten.
Ich spähe in den ersten der Läden, den Elektroladen und sehe wahrlich ein Paradies vor mir. Niemand zu sehen, ich nehme ein weiteres Mal den Bolzenschneider aus der Tasche und öffne die Kette um mir Zutritt zu verschaffen. Werkzeuge, Batterien, Klebeband und eine Menge Kleinkram. MIST mein Rucksack ist definitiv nicht groß genug um so viel wie auch nur möglich von dem ganzen Kram nach Hause zu schaffen und das ist erst der erste der Läden. Ich nehme die Sachen an mich von denen ich denke dass sie mir wirklich eines Tages hilfreich sein könnten. Unter den ganzen Gegenständen finde ich auch eine große Rolle der Metallkette die ich soeben durchgeschnitten habe und einige Schlösser inklusive Schlüssel. Ich verlasse den Laden mit meiner Ausbeute und verschließe ihn wieder hinter mir.



Der nächste für mich interessante Laden ist der mit der Kleidung. Dieser ist nicht verschlossen und ich begebe mich mit äußerster Vorsicht hinein. Ich durchsuche den Laden bevor ich mir auch nur eine Minute nehme um die Sachen zu begutachten. Niemand hier, ich stelle meinen Rucksack ab und durchsuche den Laden nach allen möglichen Kleidungsstücken die mich für die kommenden Wochen und Monate warmhalten und schützen können. Es ist zwar nicht mehr viel übrig aber doch einige Hemden, Hosen und dicke Pullover die mir zwar viel zu groß sind aber mich definitiv wärmen werden. Ich bücke mich nach einem einzelnen Paar Socken als ich das Geräusch eines Revolvers höre der gerade geladen wird. KLICK und die Trommel rastet ein. Bevor ich auch nur die Chance habe mich umzudrehen und zu gucken wer mir gerade diese Waffe an den Kopf hält berührt das eiskalte Metall auch schon meinen Hinterkopf. Ohne drüber nachzudenken oder die Aufforderung zu bekommen lasse ich mich auf die Knie fallen und hebe meine Hände über den Kopf.
Mein Gehirn realisiert erst jetzt, dass die Waffe sicher nicht in der Hand eines Beißers ist, kann ein Beißer überhaupt eine solche Selbstbeherrschung haben?! NEIN, ich habe noch keins der Monster gesehen das nicht von Blutdurst gesteuert war. Ein Mensch?! Doch bevor ich auch nur Glück empfinden kann trifft mich etwas hart an der Schläfe und ich falle bewusstlos zu Boden…

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