Tagebucheintrag #18


In meinem Kopf hämmert und dröhnt es, ich spüre wie etwas nasses warmes an meinem Gesicht entlang tropft auf mein T-Shirt, ich öffne die Augen und alles ist verschwommen, als ich versuche meinen Kopf zu heben um besser zu sehen durchzuckt mich ein stechender Schmerz und ich verliere ein weiteres mal das Bewusstsein.

Das ganze passiert weitere mal und ich stelle zwischenzeitlich fest, dass meine rechte Seite vom T-Shirt komplett von meinem Blut getränkt ist und ich auf einem Stuhl sitze und meine Arme bzw. Handgelenke an diesem gefesselt sind. Kabelbinder – ich hasse die Teile einfach..

Nachdem ich das gefühlte hundertste mal wach werde und feststelle, dass die Schmerzen immer stärker und schlimmer geworden sind und mich gerade fast um den Verstand bringen erkenne ich, jedoch erst auf den zweiten Blick, jemanden an die Wand gelehnt in ein Paar blaue „Converse“ unweit von mir stehen.
Zu meinem Erschrecken und vielleicht auch erstaunen sitzt Charlie ganz ruhig daneben. Mein Kopf schnellt hoch um zu sehen ob mein Hund in Gefahr ist und ich werde direkt mit Schmerzen dafür bestraft.

Und wofür ? Mein Blick ist gerade mal bis zum T-Shirt gekommen bevor ich vor Schmerz zusammen zucke. Zu meinem Erstaunen oder meiner Verwunderung steckt eine Frau in den Chucks… und dazu noch mit Humor wie es scheint oder warum sonst sollte Frau ein T-Shirt tragen auf dem „KEEP CALM AND KILL ZOMBIES“ steht?! Verkrampft versuche ich zu lächeln bevor eine wunderschöne Stimme mich fragt ob Gefahr von mir ausgeht oder ob sie mir die Kabelbinder ruhigen Gewissens abmachen kann.

Ich versuche ihr zu sagen, dass ich mich ruhig verhalten werde aber aus meinem Mund kommt nicht mehr als ein Krächzen. Das folgende Geräusch ist das schönste der letzten Wochen oder eher gesagt Monate…ein herzliches weibliches Lachen, bevor sie auf mich zu kommt und mir eine Flasche Wasser mit einem Strohhalm unter den Mund hält.
Zweifelnd gucke ich die Flasche an als von ihr nur ein: „Das Wasser wird wohl schon nicht vergiftet sein kommt“. Ich muss ein weiteres mal Lachen, was sich jedoch noch erbärmlicher anhört als mein Versuch etwas zu sagen. Durstig trinke ich von dem Wasser, was mich augenblicklich wieder klar werden lässt.

Die Kabelbinder werden mit einer Schere gelöst und ich reibe die Stellen an denen sie in mein Fleisch geschnitten haben.
Ich wage es das erste mal meinen Kopf zu heben ohne dass mich der Schmerz überrennt und schaue in ein absolut liebenswertes Gesicht. Ein weibliches Gesicht welches Zeichen von Körperwärme ausstrahlt, keine Anzeichen dafür dass sie gebissen, verletzt und infiziert wurde und dann ein freundliches Lächeln.
Ich bin überglücklich!

2 Kommentare

  1. geil – weiter so! 🙂

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  2. Sehr schön!
    Macht spaß zu lesen.
    Bitte weitermachen.

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