Tagebucheintrag #28


„Ob er wohl schon wach geworden ist“ – frage ich mich, Charlie und ich sind seit Stunden unterwegs.. die letzten 3 Dörfer, die ich passiert habe, waren alle geplündert und vollständig leer geräumt. Wo sind bloss die ganzen Überlebenden? Ich meine wie können die Dörfer so leer sein und dennoch habe ich seit Monaten keine Menschenseele gesehen ausser Jonas… ich wünschte wir würden auf andere Menschen treffen. Es ist toll nicht mehr alleine zu sein doch mit Jonas wird es gefährlich werden,..Gott dieser Kerl ist echt heiss – hätte ich nicht auf jemand hässliches stossen können??? Als könnte Charlie meine Gedanken lesen stupst sie mich an und bringt mich in die bittere Realität zurück. Ich streichle ihr über den Kopf und spreche leise zu ihr “Ich weiss .. sonst haette ich dich jetzt auch nicht bei mir” Sie schleckt meine Hand und kugelt sich auf dem Beifahrersitz zusammen.

Als ich eine Tankstelle passiere, setze ich wie selbstverständlich den Blinker und bleibe voller Hoffnung stehen um meinen Tank und die mitgebrachten Kanister zu füllen. Viel Benzin bleibt mir nicht mehr wenn ich verpflichtet bin noch weiter zu fahren, den Rückweg kann ich vergessen ohne Benzin oder neues Auto – aber daran möchte ich lieber erst gar nicht denken.

Ich habe wahnsinniges Glück, es scheint tatsächlich noch Benzin in den Leitungen zu sein, zumindest klicken sie und versuchen zu pumpen als ich den Zapfhahn drücke, doch es kommt nichts. Ich muss wohl in die Tankstelle um die Zapfsäulen zu aktivieren.
Ich lasse Charlie im Auto zurück, greife meine Axt vom Rücksitz und mache mich vorsichtig auf den Weg in die Tankstelle. Der Gestank, der mit entgegenschlägt ist unfassbar ekelhaft.
Ich halte mit den Ärmel vom Pullover vor den Mund um nicht kotzen zu müssen und schaue mich nach dem Ursprung dieses widerwärtigens Gestankes um. Was ich sehe verschlägt mir die Sprache: an einem Deckenventilator hängt ein Untoter, langsam drehend, zappelt der Zombie vor sich rum und fängt an zu fauchen als er meinen menschlichen Geruch wach nimmt. Da hat sich wohl ironischerweise jemand versucht umzubringen. Ich kann mir ein Grinsen kaum verkneifen, bewege mich vorsichtig hinter den Tresen, suche nach dem Schalter um die Zapfsäulen frei zu schalten und begebe mich zum Tanken wieder nach draussen.

Ich betanke das Auto und fülle großzügig die Kanister bis alles schon fast überläuft.Ich entschließe mich noch einmal in die Tankstelle zurück zu gehen um die Zapfsäulen wieder zu verriegeln. Wild geworden durch meinen Geruch zappelt der Beisser immer vehementer an seinem Strick und ich höre plötzlich während ich die Zapfsäulen verschliesse ein lautes Krachen als der Ventilator aus seiner Halterung bricht und mit einem Stück der Deckenkonstruktion und dem Zombie auf den Boden kracht.
Ich drehe mich hastig um und schon kriege ich eine Ladung Beisserblut und Hautfetzen ab, überall liegen stinkende Zombiefetzen, die vor sich hin zucken. Der Idiot ist doch tatsächlich in den noch immer drehenden Ventilator gelaufen. Das nenne ich wohl Glück im Unglück! Ich wasche mit mit dem Handrücken den Schleim aus dem Gesicht und fluche lautstark seine mickrigen Überreste an. Jetzt muss ich mich doch tatsächlich noch waschen gehen. Vorsichtig laufe ich den Schildern hinterher, die auf die Toiletten weisen, ich erschrecke als ich mich im Spiegel sehe: Ich bin dünn und blass geworden, die Kleidung die, ich trage steht mir gar nicht und meine Haare sehen aus als hätte sich ein Vogel darin eingenistet… was würde ich für einen Wellness-Tag geben…ich wasche mich, versuche meine Haare zu bändigen und begebe mich zurück zum Auto um Schloss und Metallkette zu holen um die Tankstelle und mir somit einen persönlichen Vorrat an Kraftstoff zu sichern.

Als ich zurück zum Auto gehe ist Charlie verschwunden. Panisch gucke ich mich um. Mehr als die verdammte Tankstelle ist hier in dieser Einöde nicht – war jemand hier? Bin ich vielleicht nicht alleine? Doch da taucht sie mit etwas im Mund auf, langsam kommt sie um die Ecke, was zum Teufel hatte sie hinter der Tankstelle zu suchen und was hat sie da bloss im Mund?

Wild mit dem Schwanz wedelnd springt sie ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen ins Auto und fängt an dieses Etwas zu lecken. Ich versuche sie von Sitz zu scheuchen um mir anzugucken was sie dort angeschleppt hat – doch bekomme nur ein böses Knurren zu hören.
Genau in diesem Moment höre ich es: ein leises Schnurren, eins das nur eine Katze von sich geben kann und tatsächlich ist Charlie dabei ein kleines Katzenbaby von Blut und sonstigem Schleim zu befreien.
Ohne einen weiteren Versuch zu unternehmen Charlie das Kätzchen abzunehmen oder es zu betrachten springe ich amüsiert auf den Fahrersitz des Autos und fahre in Richtung der nächsten Stadt.


Wenn ihr das Projekt ZombieKalypse unterstützen wollt, klickt bei Facebook.com/Zombiekalypse auf „Gefällt mir“, teilt die Webseite mit Freunden oder kauft euch was bei Amazon (wodurch uns eine kleine Provision zugute kommt!)

6 Kommentare

  1. Gut… gefällt mir. Das mit dem Blinker find ich ziemlich cool… Man lässt halt an Gewohnheiten nihct so einfach los. Auch wenn sie sinnlos sind. Katzenzuwachs is auch toll… Wird wieder interesannt. Weiter so!

    Antworten
    1
  2. Freut mich das wieder ein Eintrag dazu kam…….man man man……das warten auf den Tagebucheintrag ist fast schlimmer wie die Wartezeit bis hin zur nächsten Staffel „Walking Dead“ 😉

    Antworten
    2
  3. Wenn sich jetzt auch noch ein paar Nutztiere finden lassen würden, wäre ein Teil der Nahrungsversorgung gesichert, und sei es nur ein Huhn.
    Ich hätte mich wahrscheinlich schon längst auf einem Bauernhof verschanzt.

    Antworten
    3
  4. supa!!! Endlich gehts weiter…

    Antworten
    4
  5. meeeeeehr 😀 – das is so geil!

    Antworten
    5
  6. Super! Endlich geht`s weiter. Ich freue mich schon auf weitere spannende Geschichten.

    Antworten
    6

Schreibe einen Kommentar