Tagebucheintrag #30


Ich bewege mich langsam von der Leiter runter und habe grosses Glück, dass mich keiner der Beisser bemerkt. Ich schleiche langsam zu meiner Hütte zurück, entriegele die Türe und fange an einige Kanister und Behälter nach draussen in den Regen zu tragen. In der Zeit in der Kira weg ist kann ich wenigstens versuchen mich ein wenig nützlich zu machen. Wasser zu sammeln ist wohl nicht die dümmste Idee da auf dem Tisch nur noch eine einzige Flasche Wasser steht. Nachdem ich alle möglichen Behälter nach draussen getragen habe, gucke ich mir unsere Hütte an und stelle fest, dass sie wirklich alles andere als schön ist. Wie kann man als Frau nur freiwillig so mit mir leben frage ich mich…

Lebt sie überhaupt freiwillig mit mir hier oder bin ich einfach die beste Möglichkeit um zu überleben? Ist es der reine Lebensinstinkt oder will sie das wirklich?

Ich darf sie nicht verlieren schiesst es mir durch den Kopf, die stetige Einsamkeit, die ich im Wald gefühlt habe würde mich wahnsinnig werden lassen, soviel ist sicher und ich glaube auch nicht, dass ich diese noch einmal mitmachen könnte und will. Ich würde lieber sterben, ich erschrecke mich selber vor dem nicht mehr all zu fremden Gedanken mir das Leben zu nehmen.

Ich laufe einmal um meine Hütte herum und stelle fest, dass es sicher die Möglichkeit geben würde aus der Hütte ein richtiges Haus zu bauen. Ich laufe durch das Dorf und gucke mir alle anderen Hütten an um festzustellen wie viele ich davon gebrauchen könnte und wie viele davon so zerstört sind, dass ich sie abreissen könnte und das Holz für unser Haus nehmen könnte. Ich würde am liebsten heute schon damit anfangen doch dazu bin ich einfach zu schwach. Ich durchsuche nochmal jede der Hütten. Ich suche nach Gegenständen, die unsere Hütte schmücken könnten und zum ersten mal seitdem ich in diesem Dorf wohne sehe ich alle Gegenstände mit anderen Augen. Ich gucke nicht nur nach nützlichen Dingen sondern auch nach Schönen und finde einiges. Ich hole mir die Schubkarre, da ich nicht in der Lage bin Sachen zu tragen mit meinem Arm und lade alles ein bevor ich es mühsam zu unserer Hütte schiebe. Ich werde versuchen während Kira’s Abwesenheit alles etwas wohnlicher zu gestalten.

Warum mach ich dies alles? Vielleicht kommt Kira eh niemals zurück, wer sagt mir, dass sie und Charlie diesen Trip überleben? Daran darf ich gar nicht denken, versuch dich abzulenken Jonas und mach was aus der Wohnung. Ich hole einen der Behälter mit Wasser rein und suche nach einem Lappen zum Putzen. Ich nehme etwas von der Flüssigseife, die ich gefunden habe und fange an zu putzen Es dauert alles ewig nur mit einem Arm und dann muss ich immer alles leer räumen warten bis es getrocknet ist und wieder einräumen. Auch nach Stunden sieht es noch immer nach Chaos aus aber ich bin so erschöpft, dass ich nur noch das Wasser in Kanister fülle und die leeren Behälter wieder nach draussen stelle bevor ich die Türe hinter mir verschliesse, nochmal Holz nachlege und mich auf die Matratze fallen lasse.

Mitten in der Nacht werde ich wach, es ist eiskalt doch als ich zum Ofen rüber blicke sehe ich noch immer Feuer. Ich rappel mich auf und mache die Fensterlade auf, die nur wenig eisigen Kälte abhält. Der ganze Innenhof ist mit Schnee bedeckt, das es so kalt sein würde damit hatte ich nicht gerechnet, ich muss definitiv die Hütte verdichten und versuchen so etwas wie Fenster einzubauen damit es nicht ganz so in den Wohnraum zieht. Ich weiss, dass ein paar Dörfer weiter ein Baumarkt ist, bzw. bislang war. Natürlich habe ich keine Ahnung was ich dort noch vorfinden werde doch ein Versuch ist es allemal wert, sobald Kira wieder da ist, hinzufahren und wenn brauchbare Materialien zu besorgen.

Ich ziehe meine Matratze näher an den Ofen und schlafe nochmal friedlich ein.

4 Kommentare

  1. Yay, ein neuer Eintarag!
    Habe schon begierig darauf gewartet 🙂
    Was wohl aus Kira und Kätzchen geworden ist?

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  2. Super! Weiter so!

    DANKE!

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  3. 2 Daumen hoch! 🙂

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  4. Dito

    Kann’s kaum erwarten

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