Tagebucheintrag #31


Es ist so bitterkalt in diesem Auto, 4 Uhr morgens und ich habe noch immer kein Auge zugemacht. Wie liebend gerne würde ich die Heizung laufen lassen. Ich kann es mir jedoch nicht erlauben das letzte Benzin dafür zu verschwenden. Warum musste es verdammt nochmal anfangen zu schneien?? Zusammengekauert liege ich mit Charlie und der Katze auf der Rückbank unter den einzigen zwei Decken, die ich mitgenommen habe. Durch mein unruhiges Rumgehampel werden Charlie und das Kätzchen wach. Nach ein paar Minuten fängt das Kätzchen wie verrückt an zu schreien, weil es wohl auch länger nichts mehr gefressen hat. Doch natürlich habe ich kein Futter. Es zerreisst mir das Herz das kleine Bündel hungern zu sehen und da ich eh nicht mehr schlafen kann, krabbel ich auf den Fahrersitz und fahre in Richtung des nächsten Dorfes.

Ein ausgebeutetes und geplündertes Dorf folgt dem nächsten bis ich schließlich an einem Kasernengelände vorbei fahre. Die Tore sind mit dicken Eisenketten verschlossen, die ich zu jedoch zu meinem Erstaunen innerhalb kurzer Zeit mit meinem Bolzenschneider durchtrennt kriege. Weit offen lasse ich die Tore hinter mir zurück und passiere den ersten Kontrollpunkt.
Was ich sehe verschlägt mir den Atem.

In den Bäumen zu meiner Rechten hängen mindestens ein dutzend Untoter an Fallschirmen in den Bäumen, einer an einer Strassenlaterne. Kreischend und zappelnd versuchen sie nach dem Auto zu greifen, 3 Meter über dem Boden hängend… ‚degenerierte Tiere‘ denke ich mir und fahre weiter.

Ein Stückchen weiter hinter einem abgesperrten Bereich laufen ‚Beissersoldaten‘ mit ihren Waffen hin und her schwingend ziellos durch die Gegend. Zum Glück scheinen sie keine Ahnung zu haben wie sie die Waffe bedienen. Ich sollte versuchen an die Waffen zu kommen, sie könnten Jonas und mir eine sicherer Verteidigung bieten, solange wir den Untoten den Kopf wegballern, geht es mir durch den Kopf, bevor ich auch diese Gruppe passiere.

Nachdem ich noch etwas weiter auf das Gelände heraufgefahren bin, erblicke ich verschiedenste Gebäude an den Seiten. Ich steige aus und lasse die beiden Tiere im Auto zurück. Auch wenn Charlie seinen Unmut darüber mit einem Knurren äussert, ignoriere ich dies.

Der Revolver steckt in meinem Hosenbund, in meiner Rechten ein Schlachterbeil, was handlich, scharf ist und mir ausserdem gut in der Hand liegt. Ich drücke die Türklinke des ersten Gebäudes nach unten und stelle erstaunt fest, dass diese nicht verschlossen ist. Ich scheine mich in einer Art Lagerhaus zu befinden, kistenweise Munition, Waffen, Decken, Notfallpakete, Trinkwasserkanister, Feldbetten, Kleidung, Arznei und Erste-Hilfe Pakete soweit mein Auge reicht – und das völlig unbewacht und unberührt. Ich packe mir mehrere Militärrucksäcke und fange an strategisch geordnet ein Regal nach dem andern abzugrasen und alles einzupacken, was auch nur ansatzweise zu gebrauchen wäre.

Meine Hand greift nach einer weiteren der zahlreichen Decken, als mir etwas ins Gesicht tropft, ich wische mir mit dem Handrücken über die Stirn und denke mir nur, dass wohl was undicht sein muss und will gerade nach der Decke packen als mir der rote Schmier auf meinem Handrücken auffällt. Ich greife nach dem Revolver, der neben mir liegt und gucke nach oben in das Regal, direkt in die Augen eines Soldaten. Ganz offensichtlich ist er noch ein Mensch, an seinem Hals klafft eine offene Bisswunde, unsere Augen treffen sich und ich höre ein Flüstern…

„Bitte hilf mir‘ bitte“

Danach bricht seine Stimme. Ich nicke ihm zu, versuche ihn per Handzeichen verstehen zu geben ruhig zu sein und fange an alle Rucksäcke in den Wagen zu laden. Ich will meine Fundstücke nicht riskieren, falls Beisser auf mich und den Soldaten aufmerksam werden sollten. Nach den Rucksäcken packe ich noch die ganze Munition ein, die mich tatsächlich 4 mal mit einer riesigen Tasche zu meiner Ladefläche laufen lässt. Natürlich lass ich auch die Waffen nicht zurück. Mein Auto ist also voller Trinkwasser, Waffen, Munition, Nahrung, Decken, Medikamenten und vielem mehr. Ich bin unfassbar glücklich. Auch wenn die letzten Stunden schweißtreibend und anstrengend waren – mit diesen Vorräten kommen wir sicher ein halbes Jahr über die Runden. Ich packe mir eine der Waffen, die augenscheinlich über einen Schalldämpfer verfügt, zumindest soweit ich das mit meinen nicht-militärischen Kenntnissen sehen kann, und begebe mich erneut in das Gebäude.
Der Blick, den der Soldat mir beim Anblick der Waffe zuwirft, ist vernichtend – doch ohne ein Wort zu sagen hebe ich langsam die Waffe und töte ihn mit einem gezielten Schuss in den Kopf. Ich drehe mich wortlos um, verriegele notdürftig mit einer der Metallketten die Türen und fahre Richtung Heimat .. Richtung Jonas.

 

10 Kommentare

  1. Echt richtig gut mach weiter so 🙂

    Antworten
    1
  2. ja, bitte mehr!

    Antworten
    2
  3. Weiter so!!!

    Antworten
    3
  4. Auch von mir ein großes danke, und die Bitte nach mehr! 🙂

    Antworten
    4
  5. Wieder ein klasse Eintrag….mach weiter so 🙂 MfG

    Antworten
    5
  6. Sehr geil, freue mich auf den nächsten Eintrag 🙂

    Antworten
    6
  7. kommt da noch was?

    Antworten
    7
  8. Lass uns nicht so hängen 🙁 Wir wollen meeeehr!

    Antworten
    8
  9. Ich hoffe du lieferst bald wieder ein Update . . .

    Antworten
    9
  10. Tote Hose?

    Antworten
    10

Schreibe einen Kommentar